Eidgenössische Berufsprüfung,
Diplom oder HF
Eidgenössischer Fachausweis, eidgenössisches Diplom und Diplom HF sind die drei Abschlüsse der höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe B.
Hier ordne ich für dich, was sie unterscheidet, wer zugelassen ist, wie der Bundesbeitrag funktioniert, was der neue Titelzusatz Professional Bachelor ab 01.10.2026 bedeutet und wann sich der Weg gegenüber einem Hochschul-MAS rechnet.
Was ist die Eidgenössische Berufsprüfung?
Ein eidgenössisch anerkannter Abschluss der höheren Berufsbildung, geregelt im Berufsbildungsgesetz, beaufsichtigt vom SBFI. Tertiärstufe B, nicht Hochschule.
Die eidgenössische Berufsprüfung (BP) ist die erste fachliche Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung. Sie ist im Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG, SR 412.10) geregelt, und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigt die Prüfungsordnungen und überwacht die Durchführung. Wer besteht, erhält den eidgenössischen Fachausweis und einen gesetzlich geschützten Titel, zum Beispiel „HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis“. Vorausgesetzt werden ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder eine gleichwertige Qualifikation und mehrjährige Berufserfahrung im Berufsfeld. Damit bist du auf der Tertiärstufe B angesiedelt, der höheren Berufsbildung.
Das Schweizer Bildungssystem kennt zwei Tertiärstufen, die nebeneinander stehen und nicht hierarchisch zueinander gedacht sind. Tertiärstufe A ist die hochschulische Bildung an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen, die mit Bachelor, Master oder Doktorat abschliesst und dazu Weiterbildungen wie CAS, DAS und MAS anbietet. Tertiärstufe B ist die höhere Berufsbildung mit drei Abschlussformen: Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis, höhere Fachprüfung mit eidg. Diplom und Bildungsgänge an höheren Fachschulen mit Diplom HF. Rund 27'500 Personen erwerben jedes Jahr einen Abschluss der höheren Berufsbildung, rund 17'500 davon über eine eidgenössische Prüfung.
Hinter jeder Prüfung steht eine Trägerschaft aus Organisationen der Arbeitswelt (OdA), meist Berufs- und Branchenverbände. Sie erarbeitet die Prüfungsordnung. Diese regelt Zulassung, Berufsprofil, Kompetenzen, Qualifikationsverfahren und den geschützten Titel. Zurzeit gibt es rund 260 Berufsprüfungen und rund 160 höhere Fachprüfungen, querbeet aus Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sozialwesen, Bau und Gewerbe.
Englisch heisst der eidg. Fachausweis in der offiziellen SBFI-Übersetzung Federal Diploma of Higher Education, das eidgenössische Diplom und das Diplom HF heissen Advanced Federal Diploma of Higher Education. Für die geschützten Titel gilt ab 01.10.2026 zusätzlich eine vereinfachte englische Übersetzung mit dem neuen Titelzusatz, mehr dazu im Abschnitt zu Professional Bachelor und Professional Master.
Der Weg zum Fachausweis hat drei Teile. Erstens die Vorbereitung: berufsbegleitende Kurse von Berufsverbänden, kantonalen Bildungsinstitutionen oder privaten Anbietern. Diese Kurse sind freiwillig und staatlich nicht reglementiert, für den Bundesbeitrag muss der Kurs aber auf der Meldeliste stehen. Zweitens die Anmeldung bei der Trägerschaft, die über die Zulassung entscheidet. Drittens die Prüfung, je nach Prüfungsordnung als klassische Prüfung über alle Prüfungsteile oder als modulare Prüfung. Bei Streit über Zulassung oder Ergebnis ist das SBFI die erste Beschwerdeinstanz, danach das Bundesverwaltungsgericht.
Höhere Berufsbildung: drei Abschlüsse auf Tertiärstufe B
Fachausweis, eidgenössisches Diplom und Diplom HF sind eigenständige Wege. Welcher passt, hängt am Ziel, am Berufsfeld und am Praxis-Stand.
Eidgenössischer Fachausweis (Berufsprüfung, BP)
Die erste Spezialisierung nach dem EFZ. Zulassung in der Regel mit EFZ oder gleichwertigem Abschluss plus Berufserfahrung in der Branche, Vorbereitung in der Regel 1 bis 3 Jahre berufsbegleitend. Beispiele: HR-Fachfrau, Marketingfachmann, Verkaufsfachfrau, Fachmann in Treuhand und Beratung, Logistikfachfrau, Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen, jeweils mit eidgenössischem Fachausweis. Qualifiziert für Fach- und Spezialistenrollen mit klar definiertem Branchen-Profil. Der Bund erstattet 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, höchstens CHF 9'500. Titelzusatz ab 01.10.2026: Professional Bachelor.
Eidgenössisches Diplom (Höhere Fachprüfung, HFP)
Das höhere Anforderungsniveau, wenn es im Berufsfeld beide Prüfungen gibt. Die höhere Fachprüfung qualifiziert als Expertin oder Experte und bereitet auf die Führung eines Unternehmens vor. Zulassung in der Regel mit Fachausweis plus Berufserfahrung, Vorbereitung in der Regel 1 bis 3 Jahre. Beispiele: Leiterin Human Resources mit eidgenössischem Diplom, Diplomierter Marketingleiter, Diplomierte Steuerexpertin, Diplomierter Wirtschaftsprüfer, Bauleiterin mit eidgenössischem Diplom, im Handwerk Meistertitel wie Schreinermeister. Bundesbeitrag höchstens CHF 10'500. Titelzusatz ab 01.10.2026: Professional Master.
Diplom HF (Bildungsgang an einer höheren Fachschule)
Die dritte Säule der Tertiärstufe B, ein eigenständiger Weg neben den eidgenössischen Prüfungen. Anders als die Berufsprüfung ist die HF ein voller Bildungsgang auf Basis eines Rahmenlehrplans, nicht nur eine Prüfung am Ende. Das SBFI anerkennt die Bildungsgänge, nur anerkannte Bildungsgänge dürfen den geschützten Titel verleihen. Vollzeit dauert ein Bildungsgang mindestens zwei Jahre, berufsbegleitend mindestens drei. Beispiele: dipl. Pflegefachfrau HF, dipl. Maschinenbautechniker HF, dipl. Betriebswirtschafterin HF, dipl. Sozialpädagoge HF. Die Kantone finanzieren die Bildungsgänge mit, einen Bundesbeitrag gibt es dafür nicht. Wichtig zu wissen: Ein Diplom HF ist kein Bachelor einer Fachhochschule, auch nicht mit dem Titelzusatz Professional Bachelor.
Wie ich im Erstgespräch entscheide: Ich höre mir dein Berufsfeld und Karriereziel an, prüfe deinen aktuellen Praxis-Stand und ordne ein, ob die Berufsprüfung, die höhere Fachprüfung oder eine höhere Fachschule der direktere Weg ist. Für klassische Schweizer Branchen (Treuhand, Bau, Versicherung, Gastgewerbe) ist die eidgenössische Prüfung in meiner Beratungspraxis oft das Mittel der Wahl. Wer eine breitere konzeptionelle Ausbildung sucht, ist mit einer HF oder einem späteren FH-Studium besser bedient.
Welche eidgenössischen Fachausweise und Diplome gibt es?
Rund 260 Berufsprüfungen und rund 160 höhere Fachprüfungen. Was du für den Fachausweis brauchst, wie das eidgenössische Diplom als Titel aussieht und eine Auswahl nach Branchen.
Eidgenössischer Fachausweis: was du dafür brauchst
Ein eidgenössischer Fachausweis ist der Abschluss einer Berufsprüfung. Die Zulassung regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Trägerschaft. Typisch sind ein EFZ oder eine gleichwertige Qualifikation und mehrjährige Berufserfahrung im Berufsfeld, andere Aufnahmebedingungen sind möglich. Manche Prüfungsordnungen verlangen zusätzlich ein Zulassungszertifikat, zum Beispiel ein Verbandszertifikat. Kurse und Prüfungsgebühr kosten laut dem offiziellen Berufsberatungsportal zusammen schnell 10'000 bis 20'000 Franken, je nach Branche und Dauer. Wie viel der Bund davon übernimmt, steht im Abschnitt zu Kosten und Bundesbeitrag.
Eidgenössisches Diplom: die höhere Fachprüfung
Das eidgenössische Diplom ist der Abschluss der höheren Fachprüfung (HFP). Gibt es in einem Berufsfeld beide Prüfungen, entspricht die höhere Fachprüfung dem höheren Anforderungsniveau, und der Fachausweis ist in der Regel eine Zulassungsbedingung. Der geschützte Titel kommt in drei Formen vor: mit dem Zusatz „mit eidgenössischem Diplom“ (Einkaufsleiterin mit eidgenössischem Diplom), als „Diplomierte“ oder „Diplomierter“ (Diplomierter Steuerexperte) oder im Handwerk als Meistertitel (Malermeisterin). In diesen Berufen ist das eidgenössische Diplom deshalb oft als Meisterdiplom bekannt. Das „dipl.“ gehört also zu Diplom und HF, nie zu einem Fachausweis.
| Branche | Berufsprüfung (eidg. Fachausweis) | Höhere Fachprüfung (eidg. Diplom) |
|---|---|---|
| Personal und Führung | HR-Fachfrau, Führungsfachmann, Fachfrau Unternehmensführung KMU | Leiter Human Resources mit eidgenössischem Diplom |
| Marketing und Verkauf | Marketingfachmann, Verkaufsfachfrau | Diplomierte Marketingleiterin, Diplomierter Verkaufsleiter |
| Finanzen, Treuhand, Steuern | Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen, Fachmann in Treuhand und Beratung, Finanzplanerin | Diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling, Diplomierte Treuhandexpertin, Diplomierter Steuerexperte, Diplomierte Wirtschaftsprüferin |
| Versicherung und Immobilien | Versicherungsfachmann, Immobilienbewirtschafterin | Diplomierter Immobilientreuhänder |
| ICT | Wirtschaftsinformatikerin, ICT-Application Development Specialist | ICT-Manager mit eidgenössischem Diplom |
| Einkauf und Logistik | Einkaufsfachfrau, Logistikfachmann, Technische Kauffrau | Einkaufsleiter mit eidgenössischem Diplom, Diplomierte Supply Chain Managerin |
| Bau und Gebäudetechnik | Baupolier, Projektleiterin Gebäudetechnik | Baumeisterin mit eidgenössischem Diplom, Bauleiter mit eidgenössischem Diplom |
| Gesundheit und Soziales | Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung, Teamleiter in sozialen und sozialmedizinischen Organisationen | Fachexpertin in Onkologiepflege mit eidgenössischem Diplom, Diplomierter Leiter von sozialen und sozialmedizinischen Organisationen |
| Handwerk und Gastgewerbe | Produktionsleiterin Schreinerei, Gastro-Betriebsleiter | Schreinermeister, Malermeisterin, Küchenchef mit eidgenössischem Diplom |
Auswahl, Stand 15.09.2026. Die Titel der Berufsprüfung enden jeweils auf „mit eidgenössischem Fachausweis“. Alle eidgenössischen Prüfungen samt Prüfungsordnung findest du im Berufsverzeichnis des SBFI.
Eidgenössisches Diplom oder HF? Der Unterschied im Vergleich
Prüfung oder Bildungsgang, Bund oder Kanton, Professional Master oder Professional Bachelor. Fachausweis, eidgenössisches Diplom und Diplom HF nebeneinander.
Die kurze Antwort: Das eidgenössische Diplom ist eine Prüfung, auf die du dich frei vorbereitest, meist nach dem Fachausweis und mit viel Praxis. Das Diplom HF ist ein Bildungsgang an einer höheren Fachschule mit Rahmenlehrplan. Laut SBFI sind die Bildungsgänge HF generalistischer und breiter ausgerichtet als die eidgenössischen Prüfungen, und sie werden häufig direkt oder innert drei bis vier Jahren nach der Sekundarstufe II durchlaufen. Das eidgenössische Diplom baut dagegen in der Regel auf einem Fachausweis auf.
| Merkmal | Eidg. Fachausweis (BP) | Eidg. Diplom (HFP) | Diplom HF |
|---|---|---|---|
| Form | Prüfung, Vorbereitungskurse freiwillig | Prüfung, Vorbereitungskurse freiwillig | Bildungsgang an einer höheren Fachschule, berufsbegleitend oder Vollzeit |
| Grundlage | Prüfungsordnung der Trägerschaft, vom SBFI genehmigt | Prüfungsordnung der Trägerschaft, vom SBFI genehmigt | Rahmenlehrplan, Bildungsgang vom SBFI anerkannt |
| Zulassung typisch | EFZ oder gleichwertig plus mehrjährige Berufserfahrung | In der Regel Fachausweis plus Berufserfahrung | In der Regel EFZ und Berufserfahrung in der Branche |
| Dauer | Vorbereitung in der Regel 1 bis 3 Jahre | Vorbereitung in der Regel 1 bis 3 Jahre | Vollzeit mindestens 2, berufsbegleitend mindestens 3 Jahre |
| Profil | Erste Spezialisierung, Fach- und Spezialistenrollen | Expertenrolle und Unternehmensführung | Breiter ausgerichtet, Fach- und Führungsverantwortung im eigenen Bereich |
| Titelbeispiel | HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis | Einkaufsleiterin mit eidgenössischem Diplom | dipl. Pflegefachmann HF |
| Titelzusatz ab 01.10.2026 | Professional Bachelor | Professional Master | Professional Bachelor |
| Finanzierung | Bundesbeitrag 50 Prozent der Kursgebühren, höchstens CHF 9'500 | Bundesbeitrag 50 Prozent der Kursgebühren, höchstens CHF 10'500 | Kantone finanzieren die Bildungsgänge mit, kein Bundesbeitrag |
| NQR-Niveau | Pro Abschluss einzeln eingestuft | Pro Abschluss eingestuft, in der Regel Niveau 6, teils 7, vereinzelt 8 | Pro Abschluss einzeln eingestuft |
| Weiterer Weg | Höhere Fachprüfung, Arbeitsmarkt, Weiterbildung | Arbeitsmarkt, Weiterbildung | Bachelor FH im gleichen oder verwandten Bereich möglich, zum Teil verkürzt |
| Abschlüsse pro Jahr | Rund 17'500 bestandene eidgenössische Prüfungen (BP und HFP zusammen) | Rund 8'500 | |
Stand 15.09.2026, Angaben nach SBFI und berufsberatung.ch. Zulassung, Dauer und Kosten regelt im Einzelfall die jeweilige Prüfungsordnung oder der Bildungsgang.
Wann eher eidgenössisches Diplom, wann eher HF?
Aus meiner Beratungspraxis: Hast du schon einen Fachausweis, trägst du Führungsverantwortung oder willst du dich als Expertin oder Experte in deinem Feld positionieren, ist die höhere Fachprüfung meist der direktere nächste Schritt. Stehst du früher in der Laufbahn, willst du dich breiter aufstellen oder brauchst du den festen Rahmen eines Bildungsgangs, passt eine HF oft besser. Wer später an eine Fachhochschule will, sollte das früh mitdenken. Nach einem Diplom HF ist ein Bachelor FH im verwandten Bereich möglich, zum Teil verkürzt, über die Aufnahme entscheidet aber jede Fachhochschule selbst. Was sich an Vorleistungen realistisch auf ein Studium anrechnen lässt, prüfe ich vorab.
Professional Bachelor und Professional Master: die neuen Titelzusätze
Am 01.10.2026 tritt die Änderung des Berufsbildungsgesetzes in Kraft. Sie gilt auch für alle, die ihren Abschluss schon haben.
Der Bundesrat hat am 24.06.2026 entschieden, dass die Änderung des Berufsbildungsgesetzes zur Stärkung der höheren Berufsbildung per 01.10.2026 in Kraft tritt. Das Parlament hatte sie in der Wintersession 2025 verabschiedet. Ab dann gibt es zwei Titelzusätze: Professional Bachelor für den eidgenössischen Fachausweis und das Diplom HF, Professional Master für das eidgenössische Diplom.
Wichtig, wenn du deinen Abschluss schon hast: Der Zusatz gilt unabhängig vom Abschlussjahr. Eine neue Urkunde gibt es nicht. Das SBFI stellt ab 01.10.2026 ein Dokument zur Verfügung, das die Titelzusätze erklärt und das du der Urkunde beilegen kannst. Ab Mitte Oktober 2026 kannst du bei Bedarf gegen eine Gebühr einen neuen Diplomzusatz beantragen, sofern dein Abschluss im NQR Berufsbildung eingestuft ist. Wer nach dem 01.10.2026 abschliesst, findet den Zusatz direkt auf Fachausweis, Diplom und Diplomzusatz. Verwenden musst du ihn nicht.
So führst du den Titel korrekt
Der Titelzusatz darf nur zusammen mit dem geschützten Titel in einer Amtssprache stehen, immer danach und mit einem Komma abgetrennt. Allein, also „Professional Bachelor“ ohne Berufsbezeichnung, ist er nicht erlaubt, und unlautere Verwendung kann sanktioniert werden. Genau diese Regel grenzt die Zusätze von Hochschulabschlüssen ab.
| Abschluss | Geschützter Titel | Ab 01.10.2026 korrekt |
|---|---|---|
| Eidg. Fachausweis | Produktionsleiterin Schreinerei mit eidg. Fachausweis | Produktionsleiterin Schreinerei mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor |
| Eidg. Diplom | Gipsermeister | Gipsermeister, Professional Master |
| Diplom HF | dipl. Sozialpädagoge HF | dipl. Sozialpädagoge HF, Professional Bachelor |
Beispiele aus den FAQ des SBFI zum Massnahmenpaket, Stand 15.09.2026. Nicht zulässig (in den Amtssprachen): der Zusatz ohne geschützten Titel oder vor dem Titel.
Was sich ab 01.10.2026 sonst ändert
Englische Titel: Es gilt eine vereinfachte englische Übersetzung aus Berufsbezeichnung und Titelzusatz, etwa „Paint Project Manager, Professional Bachelor“ bei einer Berufsprüfung oder „Professional Bachelor in Business Administration“ bei einem Bildungsgang HF. Sie erscheint auf dem Diplomzusatz.
Englisch als Prüfungssprache: Ob eine Berufs- oder höhere Fachprüfung zusätzlich auf Englisch angeboten wird, entscheidet die Trägerschaft. Die Amtssprachen bleiben Pflicht, und der Fachausweis oder das Diplom wird weiterhin in einer Amtssprache ausgestellt.
Bezeichnung „Höhere Fachschule“: So dürfen sich nur noch Anbieter nennen, die mindestens einen vom SBFI anerkannten Bildungsgang HF führen.
Was der Zusatz nicht bedeutet: Er macht aus einem Fachausweis oder Diplom keinen Hochschulabschluss. Über die Zulassung zu einem Studium entscheidet weiterhin die aufnehmende Hochschule. Wer den Weg an eine Hochschule plant, findet die Unterschiede bei CAS, DAS und MAS in der Schweiz.
Kosten und Bundesbeitrag: 50 Prozent der Kursgebühren zurück
Was eine eidgenössische Prüfung kostet, wie viel der Bund übernimmt und welche Bedingungen du dafür erfüllen musst.
Kurse und Prüfungsgebühr kosten laut berufsberatung.ch zusammen schnell 10'000 bis 20'000 Franken, je nach Branche und Dauer. Für Prüfungen ab 2018 unterstützt dich der Bund direkt: Du bekommst 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück, bei der Berufsprüfung höchstens CHF 9'500, bei der höheren Fachprüfung höchstens CHF 10'500. Besuchst du mehrere vorbereitende Kurse, zählen sie bis zur Obergrenze zusammen, auch bei einer Wiederholung der Prüfung.
| Anrechenbare Kursgebühren | Bundesbeitrag Berufsprüfung | Bundesbeitrag höhere Fachprüfung |
|---|---|---|
| CHF 6'000 | CHF 3'000 | CHF 3'000 |
| CHF 12'000 | CHF 6'000 | CHF 6'000 |
| CHF 19'000 | CHF 9'500 (Obergrenze) | CHF 9'500 |
| CHF 23'000 | CHF 9'500 (Obergrenze) | CHF 10'500 (Obergrenze) |
Stand 15.09.2026, Sätze nach SBFI. Anrechenbar ist der Teil der Kursgebühren, der direkt der Prüfungsvorbereitung dient, inklusive Lehrmittel des Kursanbieters. Verpflegung, Anreise, Übernachtung und Diplomfeier zählen nicht. Ein Gesuch braucht mindestens CHF 1'000 anrechenbare Gebühren.
Diese Voraussetzungen musst du erfüllen
- Der Kurs steht im Jahr des Kursbeginns auf der Meldeliste der vorbereitenden Kurse.
- Du hast die Kursgebühren selbst bezahlt, Rechnung und Zahlungsbestätigung lauten auf deinen Namen. Zahlt dein Arbeitgeber direkt an den Anbieter, sinkt der Anspruch um diesen Betrag.
- Du hast die eidgenössische Prüfung abgelegt, bestanden oder nicht bestanden.
- Dein steuerlicher Wohnsitz liegt bei Eröffnung der Prüfungsverfügung in der Schweiz. Die Nationalität spielt keine Rolle, Grenzgängerinnen und Grenzgänger haben keinen Anspruch.
- Du reichst das Gesuch innert 2 Jahren nach Eröffnung der Prüfungsverfügung ein, und der Kurs hat höchstens 7 Jahre davor begonnen.
Den Antrag stellst du im Onlineportal des Bundes, abgewickelt wird er vom SDBB. Die Bearbeitung dauert im Normalfall höchstens drei Monate ab vollständigem Gesuch. Weil der Beitrag erst nach der Prüfung fliesst, musst du die Kurse vorfinanzieren. Die Ausnahme sind Teilbeiträge vor der Prüfung: Sie sind möglich, wenn du laut letzter Steuerveranlagung weniger als CHF 88 direkte Bundessteuer bezahlt hast, mindestens CHF 3'500 anrechenbare Kursgebühren bezahlt hast und dich schriftlich verpflichtest, die Prüfung abzulegen. Dazu kommen weitere Bedingungen, etwa ein Kursbeginn vor höchstens zwei Jahren und Wohnsitz in der Schweiz bei der Antragstellung. Liegt innert fünf Jahren nach dem ersten Antrag keine Prüfungsverfügung vor, musst du die Teilbeiträge zurückzahlen.
Keinen Bundesbeitrag gibt es für die Prüfungsgebühren (deren Durchführung subventioniert der Bund bereits zu 60 bis 80 Prozent), für Bildungsgänge HF sowie für Bachelor, Master, CAS, DAS, MAS und MBA. Den erhaltenen Beitrag gibst du in der Steuererklärung als übrige Einkünfte an, er wird mit den Kurskosten derselben Steuerperiode verrechnet. Wie der Abzug von Weiterbildungskosten sonst funktioniert, erkläre ich im Artikel Berufsbegleitendes Studium in der Schweiz von den Steuern abziehen.
Tertiärstufe A und B: Berufsprüfung oder Hochschule?
Beide stehen nebeneinander, nicht übereinander. Die Unterschiede liegen in Anbieter, Format, Förderung, Qualifikationsrahmen und Anerkennung.
Eine der häufigsten Fragen in meiner Beratung: ist eine eidg. Berufsprüfung „weniger wert“ als ein Hochschulstudium? Antwort: nein, nur anders gelagert. Tertiärstufe A ist akademisch-konzeptionell, Tertiärstufe B ist berufspraktisch-spezialisiert. Beide sind staatlich anerkannte tertiäre Abschlüsse. In meiner Beratungspraxis zählt im Schweizer Arbeitsmarkt für Fachrollen oft die Berufsprüfung mehr als ein generischer Hochschulabschluss, für Strategie- und Querschnittsrollen oft umgekehrt.
| Merkmal | Tertiärstufe A | Tertiärstufe B |
|---|---|---|
| Anbieter | Universitäten, ETH, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen | Trägerschaften aus Organisationen der Arbeitswelt (BP, HFP), höhere Fachschulen (HF) |
| Abschlüsse | Bachelor, Master, Doktorat, Weiterbildung mit CAS, DAS, MAS | Eidg. Fachausweis, eidg. Diplom, Diplom HF |
| Dauer | Bachelor 3 Jahre, Master 1,5 bis 2 Jahre, MAS 2 bis 3 Jahre | BP und HFP in der Regel 1 bis 3 Jahre Vorbereitung, HF Vollzeit mindestens 2, berufsbegleitend mindestens 3 Jahre |
| Format | Vollzeit oder Teilzeit hochschulisch, oft mit Forschungsanteil | Berufsbegleitend oder Vollzeit (HF) mit klarem Praxisbezug, kein Forschungsanteil |
| Förderung Bund | Keine Bundesbeiträge für Bachelor, Master, CAS, DAS, MAS | BP und HFP: 50 Prozent der Kursgebühren, höchstens CHF 9'500 bzw. 10'500. HF: kantonal mitfinanziert, kein Bundesbeitrag |
| Qualifikationsrahmen | Schweizerischer Hochschulrahmen, im EQR Bachelor Niveau 6, Master 7, Doktorat 8 | NQR Berufsbildung, jeder Abschluss einzeln eingestuft, höhere Fachprüfungen meist Niveau 6 |
| Anerkennung im Ausland | Hochschulabschlüsse im Bologna-System | Keine „internationale Anerkennung“, der Aufnahmestaat entscheidet, die zuständigen Schweizer Stellen stellen Bescheinigungen aus |
Stand 15.09.2026. Die Tabelle gibt eine vereinfachte Orientierung. Für den konkreten Einzelfall (Berufsbild, Zielmarkt, Branchen-Reputation) ordne ich im Erstgespräch ein, welcher Weg für dich der direktere ist.
NQR-Niveau: was die Einstufung bedeutet und was nicht
Die Schweiz ordnet Berufsbildungsabschlüsse im Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung (NQR) ein, dessen acht Niveaus 1:1 dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) zugeordnet sind. Eingestuft wird jeder Abschluss einzeln, nicht jeder Fachausweis liegt also auf demselben Niveau. Höhere Fachprüfungen liegen in der Regel auf Niveau 6, teils auf Niveau 7 und vereinzelt auf Niveau 8. Das konkrete Niveau steht im Verzeichnis der eingestuften Abschlüsse und im Diplomzusatz. Wichtig: Niveau 6 macht aus einem Fachausweis oder Diplom keinen Bachelor. Die Einstufung wirkt sich weder auf den Titel noch auf die Zulassung zu anderen Ausbildungen aus, und sie hat auch nichts mit den neuen Titelzusätzen zu tun.
Anerkennung in Deutschland und Österreich
Eine „internationale Anerkennung“ gibt es laut SBFI nicht, über schweizerische Abschlüsse entscheidet jeweils der Aufnahmestaat. Für Behörden in EU- und EFTA-Staaten stellen die zuständigen Schweizer Stellen, je nach Abschluss etwa das SBFI, auf Anfrage Bescheinigungen nach den Vorgaben der EU-Richtlinien aus. In Deutschland prüft zum Beispiel die IHK FOSA ausländische Berufsqualifikationen, die mit einem IHK-Beruf vergleichbar sind. Hilfreich ist der Diplomzusatz, sofern dein Abschluss im NQR eingestuft ist: Er wird in der Amtssprache und auf Englisch ausgestellt und nennt das NQR- und EQR-Niveau, auf Anerkennung, Titel und Zulassung hat er selbst aber keinen Einfluss. Welche Stelle für deinen Abschluss und dein Zielland zuständig ist, kläre ich im Einzelfall. Für Hochschulabschlüsse aus Deutschland in der Schweiz gilt ein eigenes Verfahren, das ich unter Anerkennung eines deutschen Masters in der Schweiz beschreibe.
Die Aussagen auf dieser Seite sind allgemein gehalten und basieren auf meiner Beratungspraxis (Stand 15.09.2026). Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Konkrete Entscheidungen treffen die Hochschulen, die ZAB (DE), das BMBWF (AT) oder das SBFI (CH) individuell. Vor verbindlichen Schritten kläre ich das mit dir im Erstgespräch.
Hilfreiche Artikel rund um den Schweizer Bildungsweg
Vertiefende Texte zu den angrenzenden Themen, von CAS bis Anerkennung deutscher Abschlüsse in der Schweiz.
CAS, DAS und MAS in der Schweiz
Die hochschulische Tertiärstufe A im Direktvergleich zur Berufsprüfung.
Lesen ArtikelFernstudium in der Schweiz: Anbieter und Praxis
FFHS, ZHAW Online und der CH-Fernstudienmarkt aus der Beratungspraxis.
Lesen ArtikelAnerkennung eines deutschen Masters in der Schweiz
SBFI-Verfahren, Dauer, Kosten und worauf bei reglementierten Berufen zu achten ist.
Lesen ArtikelStudieren in der Schweiz
Hochschulsystem, Zugangswege und Tertiärstufe-Logik im Überblick.
Lesen ArtikelWeiterbildungskosten in der Schweiz von den Steuern abziehen
Was du neben dem Bundesbeitrag steuerlich geltend machen kannst.
Lesen PillarAnrechnung von Berufserfahrung
Wie Vorleistungen aus Praxis und Weiterbildung ein Studium verkürzen können.
LesenBerufsprüfung, eidg. Diplom und HF: 12 Fragen aus der Praxis
Fachausweis, höhere Fachprüfung, Professional Bachelor, Kosten, Zulassung, Bundesbeitrag und Anerkennung. Was im Erstgespräch zur Tertiärstufe B kommt.
Was ist die Eidgenössische Berufsprüfung?
Die eidgenössische Berufsprüfung (BP) ist ein eidgenössisch anerkannter Abschluss der höheren Berufsbildung in der Schweiz und die erste Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung. Sie ist im Berufsbildungsgesetz (BBG) geregelt, das SBFI genehmigt die Prüfungsordnungen und überwacht die Durchführung. Getragen werden die Prüfungen von Organisationen der Arbeitswelt, meist Berufs- und Branchenverbänden. Wer besteht, erhält den eidgenössischen Fachausweis und ist damit auf der Tertiärstufe B angesiedelt. Zurzeit gibt es rund 260 Berufsprüfungen, zum Beispiel für HR-Fachleute, Marketingfachleute oder Logistikfachleute.
Was ist ein eidgenössischer Fachausweis?
Der eidgenössische Fachausweis ist der Abschluss, den du mit einer bestandenen Berufsprüfung erhältst. Zu ihm gehört ein gesetzlich geschützter Titel, der auf „mit eidgenössischem Fachausweis“ endet, zum Beispiel „HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis“. Ein „dipl.“ gehört nicht davor, das steht nur beim eidgenössischen Diplom und beim Diplom HF. Das SBFI übersetzt den Fachausweis offiziell mit Federal Diploma of Higher Education. Ab 01.10.2026 darfst du hinter dem Titel den Zusatz Professional Bachelor führen.
Was ist eine höhere Fachprüfung?
Die höhere Fachprüfung (HFP) führt zum eidgenössischen Diplom. Sie qualifiziert als Expertin oder Experte im Berufsfeld und bereitet auf die Führung eines Unternehmens vor. Gibt es in einem Berufsfeld beide Prüfungen, entspricht die HFP dem höheren Anforderungsniveau, und der Fachausweis ist in der Regel Zulassungsbedingung. Der Titel lautet je nach Beruf „mit eidgenössischem Diplom“, „Diplomierte“ beziehungsweise „Diplomierter“ oder im Handwerk ein Meistertitel wie „Malermeisterin“, weshalb das Diplom dort oft Meisterdiplom heisst. Ab 01.10.2026 kommt der Zusatz Professional Master dazu.
Eidg. Fachausweis vs. Eidg. Diplom: was ist der Unterschied?
Beide gehören zur Tertiärstufe B, aber zu zwei Stufen. Der eidgenössische Fachausweis (Berufsprüfung) ist die erste Spezialisierung und qualifiziert für Fach- und Spezialistenrollen. Das eidgenössische Diplom (höhere Fachprüfung) liegt auf dem höheren Anforderungsniveau und qualifiziert für Experten- und Führungsrollen. Beispiel HR: zuerst HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis, später Leiterin Human Resources mit eidgenössischem Diplom. Die Vorbereitung dauert jeweils in der Regel 1 bis 3 Jahre berufsbegleitend. Ab 01.10.2026 heissen die Titelzusätze Professional Bachelor und Professional Master.
Eidgenössisches Diplom oder HF: was ist der Unterschied?
Das eidgenössische Diplom ist eine Prüfung, auf die du dich mit freiwilligen Kursen vorbereitest, meist nach dem Fachausweis und mit viel Praxis. Das Diplom HF ist ein vom SBFI anerkannter Bildungsgang an einer höheren Fachschule auf Basis eines Rahmenlehrplans, Vollzeit mindestens zwei, berufsbegleitend mindestens drei Jahre. HF-Bildungsgänge sind breiter ausgerichtet und werden oft früher in der Laufbahn besucht. Für Kurse auf das eidgenössische Diplom gibt es einen Bundesbeitrag, HF-Bildungsgänge finanzieren die Kantone mit. Titelzusatz ab 01.10.2026: Professional Master beim Diplom, Professional Bachelor bei der HF.
Darf ich mich ab 2026 Professional Bachelor nennen?
Nur als Zusatz: Ab 01.10.2026 darfst du hinter deinem geschützten Titel „Professional Bachelor“ führen, wenn du einen eidgenössischen Fachausweis oder ein Diplom HF hast. Mit einem eidgenössischen Diplom ist es entsprechend Professional Master. Das gilt auch für ältere Abschlüsse, eine neue Urkunde gibt es aber nicht. Der Zusatz darf nur nach dem geschützten Titel stehen, mit Komma abgetrennt, etwa „dipl. Sozialpädagoge HF, Professional Bachelor“. Allein, ohne Berufstitel, ist er nicht erlaubt, und unlautere Verwendung kann sanktioniert werden. Ein Hochschulabschluss wird aus dem Fachausweis oder Diplom dadurch nicht.
Wer ist zur Berufsprüfung zugelassen?
Die Zulassung regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Trägerschaft. In der Regel brauchst du ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder eine gleichwertige Qualifikation und mehrjährige Berufserfahrung im Berufsfeld. Andere Aufnahmebedingungen sind möglich, und manche Prüfungsordnungen verlangen zusätzlich ein Zulassungszertifikat, zum Beispiel ein Verbandszertifikat. Über die Zulassung entscheidet die Trägerschaft, bei Streit ist das SBFI die erste Beschwerdeinstanz. Die Prüfungsordnungen stehen im Berufsverzeichnis des SBFI. Ob dein Werdegang passt, prüfe ich im Erstgespräch mit dir.
Was kostet eine Eidg. Berufsprüfung?
Kurse und Prüfungsgebühr kosten laut berufsberatung.ch zusammen schnell 10'000 bis 20'000 Franken, je nach Branche und Dauer. Die Vorbereitungskurse sind freiwillig, für den Bundesbeitrag zählen nur Kurse auf der Meldeliste. Der Bund erstattet dir 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück, bei der Berufsprüfung höchstens CHF 9'500. Die Prüfungsgebühren sind davon ausgenommen, weil der Bund die Durchführung der Prüfungen bereits subventioniert. Wie viel dir am Ende bleibt, hängt vom Kurspreis ab und davon, ob dein Arbeitgeber etwas direkt übernimmt.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf eine Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung dauert laut berufsberatung.ch in der Regel 1 bis 3 Jahre, meist mit berufsbegleitenden Kursen von Berufsverbänden oder spezialisierten Schulen. Wie lange es bei dir dauert, hängt vom Beruf, vom Kursmodell und davon ab, ob die Prüfung klassisch oder modular aufgebaut ist. In meiner Beratungspraxis kommt, wer schon viel Praxis im Berufsfeld mitbringt, oft schneller voran als jemand aus einem angrenzenden Feld. Ein Bildungsgang HF dauert dagegen Vollzeit mindestens zwei und berufsbegleitend mindestens drei Jahre.
Wird der eidg. Fachausweis in DE und AT anerkannt?
Nicht automatisch. Eine „internationale Anerkennung“ gibt es laut SBFI nicht, über schweizerische Abschlüsse entscheidet der jeweilige Aufnahmestaat. Für Behörden in EU- und EFTA-Staaten stellen die zuständigen Schweizer Stellen Bescheinigungen aus. In Deutschland prüft zum Beispiel die IHK FOSA ausländische Berufsqualifikationen, die mit einem IHK-Beruf vergleichbar sind. Hilfreich ist, sofern der Abschluss im NQR eingestuft ist, der Diplomzusatz in der Amtssprache und auf Englisch mit dem NQR- und EQR-Niveau. Fachausweise werden dabei einzeln eingestuft, und Niveau 6 bedeutet keinen Bachelor. Welche Stelle zuständig ist, hängt von Beruf und Zielland ab, das ordne ich im Erstgespräch ein.
Bundesförderung für Berufsprüfung: wie funktioniert das?
Für Prüfungen seit 2018 unterstützt der Bund direkt die Absolvierenden. Du bekommst 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück, höchstens CHF 9'500 bei der Berufsprüfung und CHF 10'500 bei der höheren Fachprüfung. Voraussetzungen: Der Kurs steht im Jahr des Kursbeginns auf der Meldeliste, du hast die Gebühren selbst bezahlt, du hast die Prüfung abgelegt (bestanden oder nicht), und dein steuerlicher Wohnsitz liegt bei Eröffnung der Prüfungsverfügung in der Schweiz. Den Antrag stellst du innert 2 Jahren im Onlineportal des Bundes, abgewickelt vom SDBB. Wer sehr wenig direkte Bundessteuer zahlt, kann Teilbeiträge vorab beantragen.
Eidg. Diplom oder Hochschul-MAS: was wann?
Beide sind anerkannte Schweizer Abschlüsse, aber unterschiedliche Welten. Das eidgenössische Diplom (HFP) gehört zur höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe B, ist praxis- und branchenfokussiert und hat einen klaren Bezug zur Berufslaufbahn. Der MAS ist eine Weiterbildung der Hochschulen, breiter aufgestellt und stärker konzeptionell. Für Kurse auf die HFP gibt es einen Bundesbeitrag, für einen MAS nicht. Meine Faustregel aus der Beratung: Wer in einer klassischen Schweizer Branche aufsteigen will (Treuhand, Bau, Versicherung, Gastgewerbe), fährt mit der HFP oft besser. Wer eine interdisziplinäre Rolle anstrebt, ist mit dem MAS oft passender.
Tertiärstufe-Weg klären
In 30 Minuten kläre ich mit dir, ob Berufsprüfung, höhere Fachprüfung, höhere Fachschule oder ein Hochschul-MAS zu deinem Berufsziel passt, wie der Bundesbeitrag greift und wie der Abschluss im Zielland eingeordnet wird.